Philosophie

Die Motivation meiner Arbeit ist der Erhalt von Kunst- und Kulturgut in Unabhängigkeit des Wertes des jeweiligen Objektes. In erster Linie geht es um das Bewahren von Originalsubstanz und um das Bewahren der Künstlerintention, aber auch die Geschichte eines Objektes spielen eine nicht unerhebliche Rolle.

Wir tragen die Verantwortung des Schutzes von Kunst- und Kulturgut, um sie auch noch für die Nachwelt möglichst authentisch erfahrbar zu machen.

Als Mitglied im Verband der Restauratoren fühle ich mich dem Ehrenkodex der Restauratoren verpflichtet.

Auch der präventiven Konservierung wird im modernen Tätigkeitsfeld des Restaurators eine hohe Priorität eingeräumt. Das bedeutet präventive Maßnahmen einzuleiten und umzusetzen, um weiteren Schäden vorzubeugen.

Ist durch Schäden am Objekt dessen Lesbarkeit, das Erkennen der Intention des Künstlers oder die von ihm beabsichtigte Wirkung beeinträchtigt, beginnt für den Restaurator infolge der Konservierung die Restaurierung.

Beim Versuch die Lesbarkeit des Objektes durch die Restaurierung der Schäden wieder herzustellen, wird die Maxime verfolgt möglichst wenig in die Substanz einzugreifen, den Eingriff mit reversiblen Materialien vorzunehmen und schonende Methoden anzuwenden.

Darin unterscheiden sich moderne Restauratoren von vorangehenden Generationen. Oft sind wir heute mit den Schäden früherer restauratorischer Maßnahmen konfrontiert. Manche Objekte wurden schlicht dem Zeitgeist angepasst. Aus diesen Fehlern unserer Vorgänger haben wir gelernt und daraus ist der Anspruch der Reversibilität erwachsen, den wir heute haben. So ist es in der Regel möglich, Maßnahmen, die wir heute durchführen, in Zukunft rückgängig zu machen und vielleicht durch geeignetere Methoden zu verbessern.

Die schriftliche und fotografische Dokumentation unserer Arbeit und damit ihre Nachvollziehbarkeit ist heute selbstverständlicher Bestandteil unseres Aufgabenfeldes.

Durch die stete und schnelle Weiterentwicklung in der Forschung der Konservierung, Restaurierung  und der Technik wächst auch der Anspruch an die immer wiederkehrende Reflexion und Infragestellung des eigenen Handelns.

Das Durchsetzen und Festigen gewisser Standards im Kulturbetrieb ist sehr mühsam, Rückschlägen unterworfen und muss stets aufs Neue verteidigt werden.

Hierbei hilft nur Aufklärung und das Erinnern an die immense Rolle, die Kunst und Kultur in der Gesellschaft und ihrer Entwicklung spielen.

Im besten Fall erfährt ein Objekt durch eine pflegende Konservierung und eine gelungene Restaurierung eine Wertsteigerung. Sei es der monetäre oder der ideelle Wert.

Es bleibt das Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

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